Pressemeldung Nr. 1485 vom

"Nord/LB muss sich strategisch neu ausrichten" - GRÜNE: Übernahme der Bankgesellschaft unkalkulierbares Risiko

Eine klare Absage haben die Grünen im Landtag dem Erwerb weiterer Anteile der Bankgesellschaft Berlin durch die Nord/LB erteilt. "Die Nord/LB würde sich übernehmen, wollte sie in der jetzigen Situatio...

Eine klare Absage haben die Grünen im Landtag dem Erwerb weiterer Anteile der Bankgesellschaft Berlin durch die Nord/LB erteilt. "Die Nord/LB würde sich übernehmen, wollte sie in der jetzigen Situation als Käufer und Sanierer der Bankgesellschaft auftreten", erklärte der finanzpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion Michel Golibrzuch am Donnerstag in Hannover.
Nach Überzeugung des Grünen-Politikers fehlt es der Landesbank ebenso wie dem Niedersächsischen Sparkassen- und Giroverband am notwendigen Kapital, mit US-amerikanischen Investoren in einen Bieterwettbewerb einzutreten. Auch lehne er es entschieden ab, für ein derart fragwürdiges Engagement finanzielle Reserven von Sparkassen und Nord/LB zu mobilisieren. Golibrzuch: "Der Ausflug nach Berlin ist zu beenden. Die Nord/LB muss sich strategisch neu ausrichten."
Aus Sicht des Grünen-Politikers hat der Umbau der Landesbank entsprechend den EU-Vorgaben aus Brüssel Vorrang vor dem Erwerb weiterer Beteiligungen. Dabei sei es durchaus denkbar, dass die Nord/LB sich dauerhaft mit einer Rolle als Regionalbank bescheide. Keineswegs führe ein Verzicht auf den Zusammenschluss mit der Bankgesellschaft direkt in den Klammergriff der West/LB. Golibrzuch: "Es obliegt den Gewährträgern, ob sie ihre Bank verkaufen."
Die Risiken einer Mehrheitsbeteiligung an der Bankgesellschaft hält der Grünen-Abgeordne-te auch nach dem "Abschirmungsbeschluss" des Berliner Abgeordnetenhauses für "unkalkulierbar". Der Ruf der Bankgesellschaft sei derart ruiniert, dass auch langfristig negative Einflüsse auf das operative Geschäft wahrscheinlich seien. Der mögliche strategische Gewinn für die Nord/LB hingegen sei nicht bezifferbar. Golibrzuch: "Kooperationen mit der Bankgesellschaft, etwa in der Datenverarbeitung, können fortgesetzt werden. Wer aber immer noch von einer Übernahme der Bank träumt, ist ein unverbesserlicher Hasardeur."

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