Pressemeldung Nr. 3776 vom

NOZ-Porträt - Menschen im Norden: Filiz Polat

Ihr Vorname ist sehr poetisch. Filiz heißt aufgehende Blume. Schaut man sich aber den Lebenslauf und die Fülle der Aktivitäten von Filiz Polat an, kann von einem Prozess des Werdens nicht mehr die Red...

Ihr Vorname ist sehr poetisch. Filiz heißt aufgehende Blume. Schaut man sich aber den Lebenslauf und die Fülle der Aktivitäten von Filiz Polat an, kann von einem Prozess des Werdens nicht mehr die Rede sein. Die Grüne ist seit Jahren Kommunalpolitikerin. Und wenn die Frontfrau der Landespartei, Rebecca Harms, nach dem 13. Juni in das Europaparlament wechselt, wird sie in Niedersachsens Landtag nachrücken.
Die Jüngste wird sie, die am 11. Juli 26 wird, diesmal nicht sein. Aber die Tochter eines türkischen Arztes, der in Bramsche praktiziert, konnte schon einmal einen Niedersachsen-Rekord verbuchen: Als sie 1997 als 19-jährige für die Grünen in den Ortsrat Bramsche-Mitte einzog, war sie die landesweit jüngste Kommunalpolitikerin. Und hat "das Küken" schlechte Erfahrungen? Filiz Polat lacht: "Ja, klar haben manche erst geguckt." Ihr Rezept dagegen: Natürlich bleiben, selbstbewusst auftreten.
An Selbstvertrauen und Tatkraft scheint es der jüngsten von vier Geschwistern nicht zu fehlen: Die Diplom-Volkswirtin, die 2002 an der Universität Frankfurt/Main ihren Abschluss machte und im selben Jahr auch das Vordiplom in Politologie ablegte hat Auslandsaufenthalte in London und Istanbul hinter sich. Sie war zudem Hilfswissenschaftlerin am Lehrstuhl für Statistik und Ökonometrie und hat immer auch neben dem Studium gearbeitet, und zwar in einer Software-Firma.
So poetisch ihr Vorname auch ist, die Dichtkunst und Sprachen liegen ihr weniger als das Mathematisch-Analytische. Die Abgeordnete in spe hofft, sich in den Bereichen Arbeit, Wirtschaft, Soziales einsetzen zu können. Vor allem in die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit will sie ihre Energie investieren. Und was hat sie zur Politik gebracht? "Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl", antwortet Filiz Polat ohne Zögern. Als Zehnjährige habe sie sich in der Greenpeace-Jugend, später dann den Grünen zugewandt.
Die Eltern haben aber wohl die entscheidende Rolle gespielt. Die Mutter, eine Bramscherin, ist in der Kommunalpolitik aktiv. Und der Vater, der aus dem Nichts seine Existenz aufbaute, habe – so erzählt Filiz Polat – sie schon früh gelernt, dass man Verantwortung übernehmen müsse.
Birgit Tenfelde

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