Präsidentschaftskandidat Joachim Gauck zu Besuch im Niedersächsischen Landtag

Auf Einladung der Landtagsfraktionen von SPD und GRÜNEN stellte sich Präsidentschaftskandidat Joachim Gauck im Landtag den niedersächsischen Mitgliedern der Bundesversammlung vor.

Hier eine DPA-Meldung zum Gauck-Besuch (copyright dpa/lni)

Gauck fühlt sich in Heimat von Wulff willkommen

Von Marco Hadem

 

Hannover (dpa) - Der Präsidentschaftskandidat von SPD und Grünen, Joachim Gauck, fühlt sich auch in der niedersächsischen Heimat seines direkten Konkurrenten Christian Wulff (CDU) willkommen. "Ich fühle mich gut, es ist ein Land deutscher Bürger", sagte Gauck am Dienstag im Landtag in Hannover. Rund eine Woche vor der Wahl folgte der einstige DDR-Bürgerrechtler am Abend der Einladung nach Hannover, um sich den Mitgliedern der fünf Landtagsfraktionen vorzustellen. Abgesehen von rund 80 Vertretern von SPD und Grünen folgte aber nur ein Mitglied der Linkspartei der Einladung. Die Abgeordneten von CDU und FDP verzichteten geschlossen auf eine Teilnahme.

Gauck reagierte gelassen: "Die Menschen in der Union und in der Freien Demokratischen Partei kennen mich so gut, die müssen mich gar nicht mehr kennenlernen." Er sei in der Vergangenheit so häufig bei ihnen gewesen, seine Themen seien ihren so nah, da würde ihnen nichts Neues begegnen, sagte Gauck nach der rund 90-minütigen Gesprächsrunde.

Die bisherigen Gespräche mit den Fraktionen seien immer "hoch interessant und nie flach" gewesen, betonte der Kandidat von SPD und Grünen. "Immer ging es auch ein bisschen um das, was eine Demokratie wirklich braucht, außer dem Parteienwettbewerb, jedenfalls nie nur um Taktik", sagte Gauck. "Ich wünschte mir, dass so was häufiger passieren könnte."

Zu einem Treffen zwischen Wulff und Gauck kam es in Hannover nicht, da der Ministerpräsident bereits am Nachmittag zur alljährlichen Sommerreise durch Niedersachsen aufgebrochen war. Wulff sei ein "achtenswerter Kandidat" für das Amt des Bundespräsidenten, sagte Gauck. Unabhängig vom Ausgang der Wahl hätten beide verabredet, sich am 2. Juli beim Sommerfest des Bundespräsidenten in Berlin zu treffen.

Gaucks Besuch in Hannover hatte in der vergangenen Woche für Streit gesorgt, da Landtagspräsident Hermann Dinkla (CDU) ihn nicht im repräsentativen Leibniz-Saal sprechen lassen wollte. Am Ende einigten sich SPD und Grüne nach langen Diskussionen mit Dinkla auf die Wandelhalle. Aus Niedersachsen werden in der kommenden Woche 62 Wahlmänner und -frauen zur Wahl des Bundespräsidenten nach Berlin reisen.

Zurück zum Pressearchiv