Pressemeldung Nr. 3559 vom

Quo vadis niedersächsische Rechtsmedizin? Grüne verlangen Aufklärung über Untersuchung von Verbrechensopfern

Durch das fragwürdige und überhastete Hochschuloptimierungskonzept der Landesregierung drohe auch der niedersächsischen Rechtsmedizin ein schwerer Schlag. Das Göttinger Institut für Rechtsmedizin soll...

Durch das fragwürdige und überhastete Hochschuloptimierungskonzept der Landesregierung drohe auch der niedersächsischen Rechtsmedizin ein schwerer Schlag. Das Göttinger Institut für Rechtsmedizin solle geschlossen werden, kritisiert der rechtspolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion Ralf Briese die Landesregierung.
Die rechtsmedizinischen Untersuchungen aus Südniedersachsen müssten zukünftig in Hannover geleistet werden. "Damit ist die Gefahr verbunden, dass Verbrechensopfer nicht mehr zeitnah und am Tatort fachlich versiert untersucht werden", so Briese. Briese hält die Schließung in Göttingen daher aus kriminalpolitischer Sicht für eine mehr als fragwürdige Angelegenheit: "Die Rechtsmedizin ist ein unerlässlicher Faktor des Gemeinwohls und des funktionierenden Rechtsstaates. Durch sie werden Morde, Gewaltverbrechen und Kindesmisshandlungen aufgedeckt. Ein Flächenstaat wie Niedersachsen braucht rechtsmedizinische Institute an mehreren Standorten. Oder sollen zukünftig Opfer von Gewalttaten stundenlang mit dem Auto in die Landeshauptstadt fahren müssen?"
Die Grünen wollen in einer Kleinen Anfrage Auskünfte von der Landesregierung, wie in Zukunft die Rechtsmedizin in Niedersachsen organisiert werden solle und wie viel Personal dafür zur Verfügung stehe.
Eine Landesregierung, die sich Innere Sicherheit und Opferschutz auf die Fahnen geschrieben habe und gleichzeitig bei einem unersetzlichen Dienstleister für Polizei und Justiz die Axt ansetze, handele unglaubwürdig, lautet Brieses Fazit. "Die Schließung von rechtsmedizinischen Instituten wird das Dunkelfeld bei schweren Kapitalverbrechen massiv vergrößern – das wird die Mörder freuen. Eine Landesregierung, die rechtsmedizinische Institute schließt, ist an der Aufklärung von Verbrechen offenkundig nicht mehr interessiert", so Briese.
Die Kleine Anfrage finden Sie als Anhang

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