Pressemeldung Nr. 3886 vom

Rasante Ausbreitung der pazifischen Auster im Wattenmeer - Grüne: Keine Schnellschüsse bei Entscheidung über Befischung

Die Hälfte der Miesmuschelbänke im niedersächsischen Wattenmeer wird inzwischen von pazifischen Austern mit bis zu 500 Tieren pro Quadratmeter besiedelt. Noch im Frühjahr 2000 seien auf weniger als 10...

Die Hälfte der Miesmuschelbänke im niedersächsischen Wattenmeer wird inzwischen von pazifischen Austern mit bis zu 500 Tieren pro Quadratmeter besiedelt. Noch im Frühjahr 2000 seien auf weniger als 10% der Muschelbänke Austern angetroffen worden. Das teilte die Landesregierung auf Anfrage des Abgeordneten Hans-Joachim Janßen mit.
Der Grünen-Politiker wollte u.a. wissen, wie die Landesregierung die ökologischen Folgen der Ausbreitung der ursprünglich aus dem Nordpazifik stammenden, seit Mitte der 60er Jahre in Aquakulturen vor der niederländischen Küste gezüchteten Auster beurteilt. Diese Frage werde derzeit vom Institut "Senckenberg am Meer" im Rahmen eines Forschungsprojektes untersucht, heißt es in der Antwort der Landesregierung.
"Ich begrüße, dass man dieses Problem offenbar ernst nimmt. Umso mehr wundert es mich, dass sich das Landwirtschaftsministerium bereits für eine Austern-Befischung ausgesprochen hat, bevor überhaupt erste Ergebnisse der laufenden Untersuchung vorliegen. Angesichts der rasanten Ausbreitung der Tiere muss zwar zügig gehandelt werden, aber ohne ökologische Folgenabschätzung ist das unverantwortlich", sagte Hans-Joachim Janßen.
Die Grünen befürchten, die Landesregierung könnte unter dem Deckmantel des Austernproblems auch die Miesmuschel-Befischung auf jene Teile des Nationalparks auszudehnen, wo sie bisher verboten ist.
"Mit einer Freigabe der Austernfischerei würde man dem Problem nicht gerecht. Ein Befischen bislang unangetasteter, lagestabiler Muschelbänke, egal ob auf Miesmuscheln oder auf Austern dürfte nach bisherigem Kenntnisstand die Fortexistenz der Bänke gefährden", erklärte Hans-Joachim Janßen abschließend

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