Regierungsfraktionen blockieren Maßnahmen gegen Ausbildungsmisere
Der wirtschaftspolitische Sprecher der Grünen Enno Hagenah sprach von einer „ignoranten und zynischen Haltung. Schwarz-Gelb trägt dafür die Verantwortung, dass die Lehrstellenlücke in Niedersachsen nicht kleiner wird! Die Regierung lässt die Jugendlichen im Stich.“
Die Landtagsgrünen haben den Regierungsfraktionen vorgeworfen, Maßnahmen zur Bekämfung der Ausbildungsmisere zu blockieren. CDU und FDP hatten es in der heutigen (Dienstag) Sitzung des Wirtschaftsausschusses abgelehnt, den Partnern im "Pakt für Ausbildung" eine Zuwachsvereinbarung für mehr Lehrstellen festzuschreiben. Auch gegen die Abschaffung der Prüfungsgebühren, Selbstverpflichtungen der Unternehmen und die Erhöhung der Studierquote hatten die Ausschussvertreter der Regierungsfraktionen gestimmt. Der wirtschaftspolitische Sprecher der Grünen Enno Hagenah sprach von einer "ignoranten und zynischen Haltung. Schwarz-Gelb trägt dafür die Verantwortung, dass die Lehrstellenlücke in Niedersachsen nicht kleiner wird! Die Regierung lässt die Jugendlichen im Stich."
Niedersachsen werde im Ausbildungsbereich bundesweit zum Schlusslicht, sagte Hagenah.
- In keinem Bundesland gibt es eine geringere Anzahl an Ausbildungsplatzbewerbern, die einen Platz in der dualen Ausbildung bekommen (35,7 %).
- In keinem Bundesland gibt es einen höheren Anteil von Jugendlichen die zunächst nur in "Warteschleifen"-Programmen betreut werden (46 %).
- Auch Ende August weisen die Zahlen der Landesregierung erneut mehr als 64.000 Ausbildungssuchende gegenüber nur 42.000 gemeldeten Lehrstellen aus.
Hagenah: "Der Ausbildungspakt erfüllt die erhofften Erwartungen nicht. Das Land muss dringend mit der Wirtschaft über zusätzliche Maßnahmen für ein bedarfsgerechteres Lehrstellenangebot verhandeln. Grüne und SPD haben dazu eine Reihe konkreter Vorschläge vorgelegt, die auch die Verantwortung des Landes selbst nicht aussparen."