Rücknahme der Rechtschreibreform ginge auf Kosten der Kinder und der Eltern - Sprachförderung in Kitas intensivieren statt überholte Rechtschreibung konservieren
Gegen eine Rücknahme der Rechtschreibreform hat sich die stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Ina Korter, ausgesprochen. Die Lehrerinnen und Lehrer bestätigten, dass den Schülern...
Gegen eine Rücknahme der Rechtschreibreform hat sich die stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Ina Korter, ausgesprochen. Die Lehrerinnen und Lehrer bestätigten, dass den Schülern das Erlernen der Rechtschreibung durch die Reform sehr viel leichter falle. "Jetzt diese Reform zurückzunehmen, nur weil Ministerpräsident Wulff damit nicht klar kommt oder sich mit einer populistischen Debatte profilieren will, ginge auf Kosten der Kinder", sagte Korter.
Eine Rücknahme der Rechtschreibreform würde zudem zu erheblichen Mehrkosten bei den Schulbüchern führen. Die Schulbücher seien gerade auf die neue Rechtschreibung umgestellt worden. "Die Landesregierung hat den Eltern mit der Abschaffung der Lernmittelfreiheit gerade Mehrkosten von bis zu 100 Euro pro Schuljahr aufgedrückt. Wenn jetzt alle Bücher neu gedruckt werden müssten, würden die Eltern noch mehr belastet", so Korter.
"Ministerpräsident Wulff würde mehr für die Sprache tun, wenn er die Sprachförderung schon vor der Schule intensivieren würde. Aber hier will die Landesregierung weiter kürzen", kritisierte die Grünen-Politikerin.
Als nicht stichhaltig und irreführend bezeichnete Korter das Argument Wulffs, durch die Rechtschreibreform werde die deutsche Literatur verfälscht. "Heute liest kaum jemand mehr die Literatur des 19. Jahrhunderts in ihrer ursprünglichen Schreibweise. Auch die Literatur des 20. Jahrhunderts wird nicht darunter leiden, wenn ihre Rechtschreibung weiterentwickelt wird", so Korter.