GRÜNE fordern sofortige Evaluation der Auswirkungen in Niedersachsen:Schavan-Studie bescheinigt abschreckende Wirkung von Studiengebühren
„Die Zahlen belegen unzweifelhaft, dass sich die Landesregierung mit ihrer Campus-Maut auf dem Holzweg befindet. Die Vertuschung der Studie erscheint angesichts des Bildungsgipfels wie ein Eingeständnis verpfuschter CDU-Hochschulpolitik“, so Gabriele Heinen-Kljajic.
Zu den Ergebnissen der von Bundesbildungsministerin Schavan in Auftrag gegebenen Studie sagte die hochschulpolitische Sprecherin der Landtagsgrünen Gabriele Heinen-Kljajic heute (Montag) in Hannover: "Die Zahlen belegen unzweifelhaft, dass sich die Landesregierung mit ihrer Campus-Maut auf dem Holzweg befindet. Die Vertuschung der Studie erscheint angesichts des Bildungsgipfels am kommenden Mittwoch wie ein Eingeständnis verpfuschter CDU-Hochschulpolitik", so Heinen-Kljajic. "Minister Stratmann lügt sich derweil in die eigene Tasche, wenn er immer wieder stolz auf gestiegene Studienanfängerzahlen verweist und dabei verschweigt, dass gleichzeitig die Zahl der Abiturienten proportional deutlich stärker gestiegen ist."
Niedersachsen sei mit einer Studienanfängerquote von 27% bundesweites Schlusslicht. Solange die schwarz-gelbe Koalition an Studiengebühren festhalte, verkommen alle Ankündigungen, die Zahl der Studierenden anheben zu wollen, zur Farce. Den Bildungsgipfel könne man sich angesichts der starren Haltung von CDU und FDP sparen, so Heinen-Kljajic.
Die Grünen sehen sich durch die jüngste Studie in ihrer Kritik an Studiengebühren bestätigt und fordern deren sofortige Abschaffung. Heinen-Kljajic: "Statt sich in Berlin auf dem Bildungsgipfel abzufeiern, sollte die Landesregierung als erstes ihre Hausaufgaben in Niedersachsen machen. Die Studiengebühren und ihre Auswirkungen auf bildungsferne Schichten gehören unverzüglich auf die politische Agenda des Landtags", so Heinen-Kljajic. Die im Hochschul-Gesetz verankerte und für 2010 vorgesehene Evaluation des niedersächsischen Studiengebührenmodells müsse umgehend vorgezogen werden. "Wir können nicht länger tatenlos zusehen, wie immer mehr junge Studierwillige vor der Aufnahme eines Studiums zurückschrecken", so Heinen-Kljajic abschließend.