Schiffbruch beim Havariekommando - Nothäfen für Sicherheitskonzept benennen und ausrüsten
Die Landtagsgrünen kritisieren, dass es nach Aussagen der zuständigen Fachleute auch vier Jahre nach der Pallas-Havarie nicht gelungen ist, das im Sicherheitskonzept der Bundesregierung vorgesehene Ha...
Die Landtagsgrünen kritisieren, dass es nach Aussagen der zuständigen Fachleute auch vier Jahre nach der Pallas-Havarie nicht gelungen ist, das im Sicherheitskonzept der Bundesregierung vorgesehene Havariekommando einsatzfähig zu machen. "Wie hätte hier reagiert werden sollen, wenn der Tanker Prestige auf seinem Weg von Riga nicht erst vor Spanien, sondern bereits in der Nordsee verunglückt wäre?" sagte der schifffahrtspolitische Sprecher Hans-Jürgen Klein am Donnerstag in Hannover.
Es sei nicht akzeptabel, dass selbst das seinerzeit beschlossene "halbherzige Kon-zept" so zögerlich umgesetzt werde. Die niedersächsischen Grünen hatten sich für eine straff organisierte Küstenwache mit weitergehenden Durchgriffsmöglichkeiten eingesetzt, die aber an den Egoismen der beteiligten Bundes- und Länderbehörden gescheitert ist.
Klein: "Die Tankerkatastrophe im Atlantik sollte jetzt Anlass genug sein, wenigstens das abgespeckte Havariekommando hundertprozentig einsatzbereit zu machen."
Der Grünen-Politiker wies darauf hin, dass auch das Problem der Not- und Sicherheitshäfen an der Deutschen Nordseeküste nach wie vor ungelöst ist. Es spräche vieles dafür, dass die dramatischen Folgen der "Prestige"-Havarie geringer ausgefallen wären, wenn das Schiff in einen dafür vorbereiteten Nothafen geschleppt worden wäre. Auch beim Komplex "safty haven" reiche es nicht, nur allgemeine Grundsätze zu formulieren. Klein: "Wir brauchen dringend die konkrete Umsetzung der Maßnahmen, das heißt, dass die Häfen benannt und entsprechend ausgerüstet werden müssen."