Unterrichtsversorgung ungenügend - aus Pisa nichts gelernt:Schlechtes Halbzeit-Zeugnis für Busemann
"Viel Ehrgeiz und eine Menge Eigenlob, aber eine sehr magere Halbzeitbilanz" bescheinigte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion Ina Korter dem Kultusminister zur Mitte...
"Viel Ehrgeiz und eine Menge Eigenlob, aber eine sehr magere Halbzeitbilanz" bescheinigte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion Ina Korter dem Kultusminister zur Mitte der Legislaturperiode. Es sei ihm nicht gelungen, die Unterrichtsversorgung in Niedersachsen zu verbessern. Statt ein modernes Schulwesen zu entwickeln, habe er die Rückkehr zu einer antiquierten Schulstruktur vollzogen.
Die Unterrichtsversorgung sei heute schlechter als bei Regierungsantritt der schwarzgelben Koalition. "Busemann hat mit den 2.500 zusätzlichen Lehrerstellen extrem schlecht gewirtschaftet", kritisierte Ina Korter. "Die Klassen sind deutlich größer geworden, und pro Schüler und Schülerin stehen weniger Lehrerstunden zur Verfügung als vor zwei Jahren", so die grüne Schulexpertin. Von der Unterrichtsgarantie, die Busemann vor der Wahl vollmundig versprochen hatte, sei heute keine Rede mehr.
"Aus PISA nichts gelernt" habe der Kultusminister bei der Schulstrukturreform. "Durch die frühe Trennung der Schüler werden wertvolle Begabungen verschenkt", sagte Korter. Der Kultusminister habe enorme Kräfte und Mittel für die Wiederherstellung der dreigliedrigen Schulstruktur verbraucht, die jetzt für die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler fehlten.
Die Landesregierung habe die Sprachförderung im Kindergarten deutlich reduziert.
Bei den Eltern zeige sich inzwischen eine deutliche "Abstimmung mit den Füßen" gegen Busemanns dreigliedriges Schulsystem. "Die Hauptschule wird eindeutig zum Auslaufmodell", sagte Korter. Da nütze auch kein Hauptschulprofilierungsprogramm. Denn die Eltern wüssten, dass diese Schulform für ihre Kinder zu einer Bildungs-Sackgasse geworden ist. Bei Anmeldequoten an den Hauptschulen von zum Teil unter 10% stünden jetzt Hauptschulschließungen bevor.
Vollkommen versagt habe der Kultusminister auch beim Ausbau der Ganztagsschulen. "Busemann hat Niedersachsen zum ”šLand der Ganztagsschulen-light’ gemacht", so Korter. Erst habe Busemann die Investitionsmittel der Bundesregierung für Ganztagsschulen verhöhnt als ”šInvestitionen in Beton’. Jetzt strotze er vor Eigenlob für jede einzelne Schule, der er Mittel aus dem Programm der Bundesregierung weiterreiche. "Aber noch immer weigert sich der Minister, auch nur einen Cent dazu zu bezahlen", kritisierte die Grüne.
"Bernhard läuft Gefahr, das Klassenziel am Ende der Legislaturperiode nicht zu erreichen", heißt es deshalb in einem Zwischenzeugnis für den Kultusminister, das die grüne Schulpolitikerin dem Kultusminister zur Halbzeitbilanz ausstellt.