Schließung der Fachhochschule Nienburg ungerechtfertigt - Ablasshandel mit Behörden "lächerlich"
Mit scharfer Kritik haben die Landtagsgrünen auf die Ankündigung von Wissenschaftsminister Stratmann reagiert, den Fachhochschulstandort Nienburg endgültig zu schließen. "Die Behauptung, hier hätten a...
Mit scharfer Kritik haben die Landtagsgrünen auf die Ankündigung von Wissenschaftsminister Stratmann reagiert, den Fachhochschulstandort Nienburg endgültig zu schließen. "Die Behauptung, hier hätten ausschließlich wissenschaftspolitische Gründe den Ausschlag gegeben, ist schlicht unwahr", sagte Gabriele Heinen-Kljajic, hochschulpolitische Sprecherin der Fraktion heute in Hannover. "Mit ihrem vorgelegten Modell "Planen und Bauen im Bestand" haben die Nienburger alle Auflagen des ”šHochschuloptimierungskonzeptes’ erfüllt. Das Ministerium wäre aus unserer Sicht zur Weiterführung also verpflichtet gewesen."
Heinen-Kljajic verwies in diesem Zusammenhang auch auf die Ungereimtheiten, die in der Konkurrenz der Standorte Nienburg und Holzminden in der jüngsten Zeit öffentlich wurden. "Während im Ministerium die Nienburger Vorschläge angeblich noch ergebnisoffen geprüft wurden, kann Holzminden schon Bedarfe zur Beseitigung der eigenen Defizite einreichen – ein Unding", so die Grünen-Abgeordnete. Gleichzeitig sprechen diese Aktivitäten eher für die Qualität der in Nienburg geleisteten Arbeit, als für die Bevorzugung Holzmindens.
Der innenpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Hans-Albert Lennartz ergänzte die Kritik Er bezeichnete die als Kompensation für den Wegfall des Fachbereiches angekündigte Einrichtung eines Regierungsbüros in Nienburg als "lächerlichen Ablasshandel". Lennartz: "Eine Behörde ohne Kompetenzen und Aufgaben kann die gewachsene Struktur eines Wissenschaftsstandortes wohl kaum ersetzen."