Anwerbung von mehr Agenturpartnern in der Fläche gefordert:Schließung von Postfilialen macht Regionen zur Servicewüste
Auf Kritik bei den Landtagsgrünen stoßen die Pläne der Post in den kommenden Monaten in Niedersachsen rund 100 Poststellen schließen zu wollen. "Es ist nicht akzeptabel, dass im Postservice das fläche...
Auf Kritik bei den Landtagsgrünen stoßen die Pläne der Post in den kommenden Monaten in Niedersachsen rund 100 Poststellen schließen zu wollen. "Es ist nicht akzeptabel, dass im Postservice das flächendeckende Angebot noch mehr ausgedünnt wird", sagte der wirtschaftspolitische Sprecher Enno Hagenah am Montag in Hannover.
Die Post hatte in einem Schreiben an die Bürgermeister der betroffenen Kommunen und die örtlichen Parlamentarier ihre Planungen mit der so genannten "Post-Universaldienstleistungsverordnung" aus dem Jahre 1999 begründet. Diese Verordnung erlaubt es dem Unternehmen, sein Filial- bzw. Agenturnetz auf bundesweit 12.000 zu reduzieren. Die Post führt bei den geplanten Schließungen betriebswirtschaftliche Gründe an und versichert zugleich, allen gesetzlichen Verpflichtungen und den Vorgaben ihrer freiwilligen Selbstverpflichtung nachzukommen. Dies soll zukünftig durch den Mobilen Post Service sichergestellt werden.
"Wir erkennen das Bemühen der Post um Ausgleich zwar an, aber der Mobile Postservice ist insbesondere für Berufstätige kein ausreichender Ersatz, da er von den PostzustellerInnen nur während der normalen Briefzustellungszeiten erbracht wird," sagte Hagenah. Es sei zu befürchten, dass Berufstätige, die die Postzusteller vor Ort nicht anträfen, in der Regel weit fahren müssten, um ein Paket abzuholen oder aufzugeben. "Wir erwarten von der Post mehr Engagement bei der Suche von Agenturpartnern in der Fläche, damit eine dezentrale Versorgungsstruktur auch in Städten wie zum Beispiel Neustadt aufrechterhalten werden kann. Dort wird es nach dem derzeitigen Stand der Planungen der Post ab Februar auf 200 qkm kein Angebot mehr geben."
Hagenah setzt sich in Schreiben an die zuständige Regulierungsbehörde und an die Post dafür ein, Alternativen zu Schließungen der Poststellen noch einmal zu prüfen und unbillige Härten zu verhindern. Außerdem hat der Grünen-Politiker für die nächste Sitzung des Wirtschaftsausschusses im Landtag beantragt, Vertreter der Post zu einem Bericht über ihre Planungen und die Konsequenzen für die Kunden in der Fläche einzuladen.