Pressemeldung Nr. 338 vom

Grüne: Empfehlungen durch Lernberatung ersetzen:Schullaufbahnempfehlung nach Klasse 4 fragwürdig

Die Schullaufbahnempfehlung nach der vierten Klasse ist nach Meinung der Grünen fragwürdig. Die überwiegende Mehrheit der Schülerinnen und Schüler, die ohne eine entsprechende Empfehlung das Gymnasium oder die Realschule besuchen, sei dort durchaus erfolgreich, so Ina Korter.

Die Schullaufbahnempfehlung nach der vierten Klasse ist nach Meinung der Grünen fragwürdig. Die überwiegende Mehrheit der Schülerinnen und Schüler, die ohne eine entsprechende Empfehlung das Gymnasium oder die Realschule besuchen, sei dort durchaus erfolgreich, so Ina Korter, schulpolitische Sprecherin der Landtagsgrünen.

Wie aus der Antwort der Landesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Abgeordneten hervor geht, wechseln nur rund 10% der Schülerinnen und Schüler, die ohne eine entsprechende Empfehlung das Gymnasium besuchen, nach der 6. Klasse auf die Realschule. "Das heißt: 90 % schaffen die Leistungsanforderungen mindestens bis nach der 6. Klasse. Von den rund 3.500 Schülerinnen und Schülern, die im Schuljahr 2004/2005 ohne entsprechende Empfehlung auf ein Gymnasium gegangen sind, haben lediglich 368 diese Schulform nach der 6. Klasse verlassen", sagte Ina Korter.

Das stelle den Sinn der Empfehlungen nach Klasse 4 grundsätzlich in Frage. Erneut werde deutlich, dass eine belastbare Prognose des Lernerfolgs im Alter von 9 oder 10 Jahren fragwürdig sei.

Nach Meinung der Grünen sind durch die Schullaufbahnempfehlung vor allem Kinder aus sozial schwächeren Familien doppelt benachteiligt. "Eltern aus bildungsfernen Schichten richten sich stärker nach dieser Empfehlung. Darüber hinaus zeigen Untersuchungen, dass Akademikerkinder bei gleicher Leistung viel eher die Empfehlung für eine höhere Schulform bekommen, als Kinder aus Arbeiterfamilien", so Korter. Die Grünen wollen deshalb die Laufbahnempfehlungen durch eine durchgehende individuelle Lernbegleitung und -beratung ersetzen.

Ina Korter bemängelte ferner die lückenhafte Evaluation der Empfehlungen durch das Kultusministerium. Landesweite Daten über den Schulerfolg lägen nur aus dem Schuljahr 2005/2006 vor, heißt es in der Antwort auf die parlamentarische Anfrage. "Dieses Agieren nach dem Motto, "Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß", ist angesichts der Bedeutung der Empfehlung für den weiteren Bildungs- und Lebensweg schlicht unverantwortlich", kritisierte die Grünen-Schulexpertin.

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