Stadtverwaltung Hildesheim demontiert heimlich symbolisches Straßenschild für Vorkämpfer von Schwulenrechten - Landtagsvizepräsidentin Litfin fordert "geklautes" Schild zurück und Entschuldigung
Die Vizepräsidentin des Niedersächsischen Landtages, Brigitte Litfin von den Grünen, und der Fraktionsvorsitzende der Hildesheimer grünen Stadtratsfraktion Ulli Räbiger, haben die Verwaltung der Stadt...
Die Vizepräsidentin des Niedersächsischen Landtages, Brigitte Litfin von den Grünen, und der Fraktionsvorsitzende der Hildesheimer grünen Stadtratsfraktion Ulli Räbiger, haben die Verwaltung der Stadt Hildesheim aufgefordert, das in einer "Nacht- und Nebel-Aktion" von einem Kulturzentrum abmontierte Aktionsschild wieder anzubringen.
Im August letzten Jahres war in Litfins Anwesenheit der Platz vor der Hildesheimer Kulturfa-brik symbolisch in "Karl-Heinrich-Ulrichs-Platz" umbenannt worden. Diese Aktion sollte an den in Hildesheim beschäftigten „Hülfsrichter“ erinnern, der im Jahr 1865 auf dem deutschen Juristentag als erster die Forderung nach Abschaffung der Strafverfolgung von Homosexu-ellen stellte.
Die Stadt Hildesheim hatte seinerzeit die beantragte offizielle Umbenennung des Platzes abgelehnt.
Das Schild war kurz vor Weihnachten verschwunden und Stadtdirektor Walter Hoffmann hatte erst Tage später im Verwaltungsausschuss mitgeteilt, dass es sich bei der Demontage um einen offiziellen Vollzug im Auftrag des Verwaltungsausschusses gehandelt habe.
Die Grünen-Politikerin Litfin kritisierte den „schäbigen Schilderklau“. „Karl Heinrich Ulrichs war ein Vorkämpfer für die Rechte der Schwulen. Dass Hildesheims Stadtväter unter Füh-rung der CDU jetzt versuchen, mit allen Mitteln die Erinnerung an den unbequemen Mitbür-ger zu verhindern, ist eine Schande.“
Litfin forderte die Herausgabe des Schildes und eine Entschuldigung der Stadt.
In Hannover und München wurden in den vergangenen Jahren offiziell Plätze nach Ulrichs benannt.
as