Pressemeldung Nr. 242 vom

GRÜNE fordern mehr Investitionen in Kulturangebote vor Ort und freien Eintritt in Landesmuseen:Stiefkind Kultur im Flächenland Niedersachsen

Kritik an den Äußerungen des Kulturministeriums Stratmann zur aktuellen Ländervergleichsstudie des Statistischen Bundesamtes kommt von den Landtagsgrünen.

Kritik an den Äußerungen des Kulturministeriums Stratmann zur aktuellen Ländervergleichsstudie des Statistischen Bundesamtes kommt von den Landtagsgrünen. "Lediglich darauf zu verweisen, Niedersachsen sei nun mal kein reiches Land und zudem noch ein Flächenland, welches eben mit der Sogwirkung der nahen Metropolen leben müsse, ist eine ziemlich magere Erklärung für das schlechte Abschneiden Niedersachsens. Es lässt für die Zukunft nicht auf Besserung hoffen", so die kulturpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion Gabriele Heinen-Kljajic

Gerade weil sich in einem Flächenland klassische Hochkultur nicht wie in den Ballungszentren entwickeln könne, sei es nach Ansicht der Grünen umso wichtiger, in Strukturen der freien Kultur und in Soziokultur zu investieren, um auch den Menschen außerhalb von Großstädten vor Ort Kultur anbieten zu können. Doch gerade in diesen Bereichen habe die Landesregierung in der vergangenen Legislaturperiode massiv gekürzt. "Die Quittung für diese stiefmütterliche Behandlung liefern die aktuellen Zahlen", so Heinen-Kljajic. "Schon das erste Jugendkulturbarometer hat Niedersachsen als Schlusslicht im Ländervergleich ausgewiesen. Jugendliche haben demnach in Niedersachsen denkbar schlechte Chancen, Kulturangebote wahrzunehmen." Wenn der Trend nicht gebrochen werde und die Landesregierung ihr kulturpolitisches Engagement nicht steigere, werde Niedersachsen im Bundesvergleich immer weiter abgehängt.

Die Grünen wiesen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass nur ca. 15% der Bevölkerung regelmäßig staatlich subventionierte Kulturangebote besuchen. "Von einem chancengerechtem Zugang zu Kultur kann angesichts dieser Zahlen keine Rede sein" so die Grünen-Politikerin. "Ziel jeder Kulturpolitik muss deshalb eine möglichst breite gesellschaftliche Teilhabe an Kultur sein, die vor allem auch sozial Benachteiligte und Jugendliche mit einschließt. Hier muss Kulturpolitik auch darauf reagieren, dass immer mehr Menschen immer weniger Geld zur Verfügung haben." Die Grünen fordern daher zur Steigerung der Theaterbesuche den Verkauf von deutlich reduzierten Restkarten an sozial Bedürftige. Der Eintritt in Landesmuseen müsse kostenlos sein. Damit erhielten die Einrichtungen eine größere Auslastung und die soziale Ausgrenzung könne abgemildert werden, so Heinen-Kljajic.

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