Stratmanns Schelte gegen freie Kultur frei erfunden - "Unterstellungsmaschinerie" soll Kürzungen rechtfertigen
Die Landtagsgrünen haben heute (Mittwoch) der Behauptung von Kulturminister Stratmann widersprochen, dass vom derzeitigen System der Förderung im freien Kulturbereich vorrangig Bürokratie und Lobbyism...
Die Landtagsgrünen haben heute (Mittwoch) der Behauptung von Kulturminister Stratmann widersprochen, dass vom derzeitigen System der Förderung im freien Kulturbereich vorrangig Bürokratie und Lobbyismus statt Kultur und Kunst profitieren würden. "Die Schelte ist frei erfunden. Auf der Suche nach Begründungen für seine drastischen Kürzungen schreckt der Minister nicht vor unsachlichen und diskreditierenden Behauptungen zurück", sagte die kulturpolitische Sprecherin Gabriele Heinen-Kljajic.
Die Grünen-Politikerin nannte als Beispiel den Bereich der freien Theater. Hier fließen 80% der Mittel direkt in die künstlerische Arbeit und lediglich 20% würden für Verwaltung und Beratung benötigt. Im Bereich der städtischen und staatlichen Bühnen sei das Verhältnis nahezu umgekehrt.
Auch die LAG Soziokultur (LAGS) sei mit einem Verwaltungskostenanteil von 9% "unschlagbar", so die Grünen-Abgeordnete. "Die LAGS und der niedersächsische Museumsverband werden bundesweit als Vorbilder in Effizienz und Fachlichkeit gehandelt."
Heinen–Kljajic forderte den Minister auf, endlich die Fakten auf den Tisch zu legen und die "Unterstellungsmaschinerie" zu stoppen. So hatte erst kürzlich Stratmanns Staatssekretär die Kulturförderung als "niedersächsische Krankheit" bezeichnet. Die Kulturexpertin will jetzt mit Hilfe einer Anfrage die Kriterien der zukünftigen Förderstruktur transparent machen. "Klare Ansagen aus dem Kulturministerium sind zurzeit Mangelware."
(Die Anfrage ist als Anlage/Link beigefügt)