Pressemeldung Nr. 2122 vom

Torfabbau in Weser-Ems kontra Naturschutz und Tourismus - Schutzgebiete für den Erhalt der Moorlandschaften in Weser-Ems gefordert

Die Landtagsgrünen kritisieren die Festlegung von weiteren Vorrangflächen für den Torfabbau in Niedersachsen. Allein im Bereich Weser-Ems geht es nach dem Landesraumordnungsprogramm dabei um über 10 0...

Die Landtagsgrünen kritisieren die Festlegung von weiteren Vorrangflächen für den Torfabbau in Niedersachsen. Allein im Bereich Weser-Ems geht es nach dem Landesraumordnungsprogramm dabei um über 10 000 Hektar. "Wenn auf allen diesen Flächen tatsächlich Torf abgebaut wird, führt das nicht nur zu erheblichen Konflikten mit dem Naturschutz, sondern auch die Lebensqualität der Bürger in den angrenzenden Wohnsiedlungen sinkt", sagte die umweltpolitische Sprecherin Dorothea Steiner am Freitag in Hannover.
Bürger in der Wesermarsch, die sich in einer gewachsenen Naturlandschaft angesiedelt haben, würden über Jahrzehnte hinweg mit dem Torfabbau vor ihrem Gartenzaun leben müssen, begleitet vom Lärm an- und abfahrender Torflaster, sagte die Grünen-Politikerin. Zugleich würden die touristischen Entwicklungsmöglichkeiten der betroffenen Gemeinden zerstört.
Das sei die Quittung dafür, dass das gerade beschlossene Landesraumordnungsprogramm ohne sorgfältige Beratung in Rekordzeit durch den Landtag gepaukt worden sei. Steiner: "Bei den Torfabbauflächen wird nach dem Motto verfahren: Einmal Torfabbau – immer Torfabbau; auch für Gebiete, in denen seit Jahrzehnten kein industrieller Torfabbau stattgefunden hat."
Die Grünen-Politikerin erneuerte die Forderung der Grünen nach einem Moorschutzgebietssystem, das die Reste der einmaligen Moorlandschaft im Nordwesten erhalten soll und eine Grundlage für Naturschutz und Tourismus bietet. "Bei dem jetzt festgesetzten Vorrang für Torfabbau erweist sich einmal mehr, wie wenig die Lippenbekenntnisse der SPD-Fraktion zum Moorschutz tatsächlich wert sind."

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