Pressemeldung Nr. 172 vom

Atomaufsicht war seit zwei Monaten über meldepflichtiges Ereignis im AKW-Grohnde informiert:Umweltministerium muss Regeln für Informationspolitik über Störfälle überarbeiten

Die Freisetzung radioaktiver Stoffe liege zwar unterhalb der Grenzwerte, aber seit der Kinderkrebsstudie sei offensichtlich, dass auch dann mit Wirkungen zu rechnen sei, so Stefan Wenzel.

Die Landtagsgrünen haben kritisiert, dass das Niedersächsische Umweltministerium erst nach zwei Monaten über einen Störfall im AKW Grohnde informiert hat. Der Vorfall, von dem das Ministerium bereits Mitte März Kenntnis hatte, sei als meldepflichtiges Ereignis (INES 0 Meldestufe N) eingestuft worden, sagte der Fraktionsvorsitzende Stefan Wenzel heute (Montag) in Hannover. "Das zeigt, dass es sich nicht um einen alltäglichen Schaden handelt". Zudem seien Brennstäbe in zwei Brennelementen beschädigt worden und nicht, wie bislang behauptet, lediglich ein Brennstab in einem Brennelement.

Die Freisetzung über die Abluft betrug nach Berechnungen der Grünen etwa 400 Milliarden Bequerel radioaktiver Gase. Dazu kamen Anteile von radioaktivem Jod und weitere radioaktive Aerosole. Genaue Zahlen will das Umweltministerium nachliefern.

Die Freisetzung radioaktiver Stoffe liege zwar unterhalb der Grenzwerte, aber seit der Kinderkrebsstudie sei offensichtlich, dass auch dann mit Wirkungen zu rechnen sei, sagte der Grünen-Politiker. Wenzel erwartet, dass das Umweltministerium die Regeln für die Information der Öffentlichkeit überarbeitet. "Solche Informationen müssen ohne Nachfrage von Bürgern oder Parlament auf den Tisch".

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