Grüne: Auch deutsche AKW nicht ausreichend gegen Hochwasser und Erdbeben geschützt:Unsere Gedanken sind in Japan - Niedersächsische Hilfe prüfen
„Unsere Gedanken sind in diesen Stunden bei den Menschen in den zerstörten Städten, bei den Verletzten, den Angehörigen der Toten und Vermissten und bei den Menschen, die im Umkreis der havarierten Atomkraftwerke leben", so Stefan Wenzel.
Zu den Katastrophen in Japan erklärt der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Niedersächsischen Landtag Stefan Wenzel:
"Die Ereignisse in Japan übersteigen die schlimmsten Befürchtungen von Atomkraftgegnern. Unsere Gedanken sind in diesen Stunden bei den Menschen in den zerstörten Städten, bei den Verletzten, den Angehörigen der Toten und Vermissten und bei den Menschen, die im Umkreis der havarierten Atomkraftwerke leben und jetzt auch noch von Evakuierungen betroffen sind.
In Niedersachsen muss jetzt schnell geprüft werden, in welcher Weise wir sinnvolle Hilfe leisten können. Der Innenminister sollte umgehend alle Voraussetzungen dafür schaffen, damit die hiesigen Dienste bei entsprechender japanischer Anforderung mit technischer Hilfe, mit Spürhunden, mit Trinkwasseraufbereitung oder mit der Unterstützung beim Strahlenschutz tätig werden können.
In Japan zeigt sich jetzt das ganze Grauen der Unbeherrschbarkeit der Risikotechnologie Atomkraft. Nach dieser Katastrophe müssen alle Fragen der Reaktorsicherheit weltweit neu erörtert werden. Scharfe Kritik verdienen die abwiegelnden Äußerungen des Atomforums und von Bundesumweltminister Norbert Röttgen hinsichtlich der Konsequenzen des Unglücks für Deutschland. Die Ausgangssituation zeigt durchaus Parallelen zu Japan, zumal in Fukushima auch bei vier Reaktoren einer neueren Baureihe die Kühlung ausgefallen ist. Auch in Deutschland hat es in der Vergangenheit schon Erdbeben der Stärke 5 auf der Richterskala gegeben; gleichwohl sind die Atomkraftwerke aber nur für die Stärke 3 ausgelegt. Angesichts der geplanten Flussvertiefungen an Elbe und Weser sind zudem höher auflaufende Sturmfluten zu erwarten. Deshalb muss hier auch das Hochwasserrisiko sehr ernst genommen werden. Das AKW Unterweser ist schon jetzt nicht ausreichend gegen Hochwasser geschützt.
Wir werden dafür sorgen, dass das Thema Reaktorsicherheit in der Plenarsitzung des Niedersächsischen Landtages in der kommenden Woche ausführlich debattiert wird."