Ministerin verschleiert ihre Kontakte in das Putennetzwerk:Vorwürfe im Puten-Skandal verdichten sich
„Die Behauptungen von Frau Grotelüschen, sie hätte mit der in den Filmaufnahmen gezeigten Qualhaltung von Puten nichts zu tun, fallen nach und nach wie ein Kartenhaus zusammen “, so Christian Meyer.
Die Landtagsgrünen sehen die Glaubwürdigkeit der niedersächsischen Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen weiter erschüttert. Nach den aktuell vom Norddeutschen Rundfunk gezeigten neuen Dokumentaraufnahmen und der zusätzlichen Information, dass die bewussten Aufnahmen doch aus den Ställen der mit dem Unternehmen der Familie Grotelüschen eng verbundenen Putenerzeugergemeinschaft Mecklenburg-Vorpommern stammen, sprach der landwirtschaftspolitische Sprecher Christian Meyer von "zweifelhaften Ausreden" der Ministerin. "Die Behauptungen von Frau Grotelüschen, sie hätte mit der in den Filmaufnahmen gezeigten Qualhaltung von Puten nichts zu tun, fallen nach und nach wie ein Kartenhaus zusammen. " Entgegen ihren Behauptungen würde sich jetzt herausstellen, dass der Betrieb ihres Mannes doch an der fraglichen Erzeugergemeinschaft in Mecklenburg-Vorpommern beteiligt sei. Danach wäre die Ministerin vor ihrem Regierungsamt sogar am Ausbau des Putennetzwerkes in Mecklenburg-Vorpommern als Prokuristin des Schlachtbetriebes persönlich beteiligt gewesen.
Meyer kritisierte, dass die Ministerin anscheinend bewusst ihre Rolle bei den skandalösen Vorgängen in Mecklenburg-Vorpommern verschleiere. Schließlich sei offen damit geworben worden, dass die Mastputen-Brüterei der Familie Grotelüschen (Zitat Homepage) "seit Jahrzehnten erfolgreich mit der Putenerzeugergemeinschaft Mecklenburg-Vorpommern zusammen arbeite" und nach "einheitlichen Erzeugungs- und Qualitätsregeln" produziere. Es muss davon ausgegangen werden, dass Frau Grotelüschen als Geschäftsführerin des Stammunternehmens auch Mitverantwortung für die Mast- und Haltungsbedingungen in den Betrieben hat."
Meyer wies darauf hin, dass laut der bis zum Regierungseintritt im Netz befindlichen Selbstdarstellung der Mastputenbrüterei Ahlhorn das der Familie Grotelüschen gehörende Unternehmen auch für die Kontrollen und Haltung in den Betrieben mitverantwortlich sei. Dort habe es geheißen (Zitat):"Während der ganzen Haltungsperiode erhalten die Landwirte Unterstützung durch die erfahrene Außendienst-Mannschaft der Mastputenbrüterei sowie firmeneigene Veterinäre." Meyer: "Demnach hatte Tierschutzministerin Grotelüschen maßgebliche Verantwortung in der Putenmassentierhaltung in Deutschland. Wenn sie behauptet von den skandalösen Zuständen nicht gewusst zu haben, hatte sie entweder die Augen verschlossen oder sagt bewusst die Unwahrheit. Wenn sie dies nicht vollständig aufklärt, ist sie als Landesministerin nicht mehr tragbar."