Waffen nicht in Privatwohnungen - Schüler-, Eltern,- Lehrer-Diskussion über Erfurt im Landtag
Für eine "konsequente Entwaffnung der Gesellschaft" tritt die Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Rebecca Harms ein. Es sei bedenklich, dass in Deutschland über 4 Millionen Bürgerinnen und Bürger...
Für eine "konsequente Entwaffnung der Gesellschaft" tritt die Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Rebecca Harms ein. Es sei bedenklich, dass in Deutschland über 4 Millionen Bürgerinnen und Bürger eine Waffe im Privatbesitz hätten, während die Zahl der Aktiven in Schützenvereinen nicht einmal eine Million beträgt. "Sportwaffen gehören in die Schränke der Schützenvereine und nicht in Privatwohnungen", sagte die Grünen-Politikerin am Don-nerstag in Hannover. Es sei richtig, das es in Deutschland kein Recht auf die bewaffnete Selbstverteidigung gibt. "Die Verbrechensbekämpfung mit Bewaffnung ist Aufgabe der Poli-zei."
Harms warnte davor, auf den Amoklauf von Erfurt mit hektischem Aktionismus zu reagieren. "Es gibt keine einfachen Lösungen, die als Antwort auf den Ausbruch von Aggressionen, Hass und Gewalt taugen", sagte Harms. Vielmehr müsse die Politik jetzt mit Bedacht über die Konsequenzen diskutieren.
Für die Landtagssitzung im Mai schlägt die Grünen-Politikerin vor, Schüler, Eltern und Lehrer einzuladen, die den Politikern ihre Sicht der Erfurter Ereignisse vortragen. Sie reagiert damit auf den Wunsch der SPD-Fraktion, eine Generaldebatte über Gewalt zu führen. "Niemand braucht eine Neuauflage der bekannten Spiegelfechterei. Wir wären klug beraten, in dieser Situation denjenigen zuzuhören, deren Alltagserlebnisse, Ängste und und vielleicht auch Vorschläge und Forderungen an die Politik eine wirkliche Hilfestestellung auf der Suche nach Antworten sein könnten."