Pressemeldung Nr. 08 vom

Conti-Konflikt wird Nagelprobe für deutsche Tarifpartnerschaft:Wennemer-Äußerungen sind Verhöhnung von Politik und Gesellschaft

Die Landtagsgrünen haben die gestern (Mittwoch) vom Conti-Chef Wennemer in der Zeitung "Die Welt" veröffentlichten Äußerungen als "Kampfansage an die Arbeitnehmer und Verhöhnung von Politik und Gesell...

Die Landtagsgrünen haben die gestern (Mittwoch) vom Conti-Chef Wennemer in der Zeitung "Die Welt" veröffentlichten Äußerungen als "Kampfansage an die Arbeitnehmer und Verhöhnung von Politik und Gesellschaft" bezeichnet. Der Manager fahre einen "Krawall-Kurs" und sabotiere die aktuellen Verhandlungen, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der Fraktion Enno Hagenah. "Die von Herrn Wennemer autorisierte Aussage, der Aufschrei der Entrüs-tung sei Ergebnis einer lokalen Moral aufgrund gewerkschaftlich geschürter Angst von ein paar verbliebenen Ideologen, ist eine unverschämte Beleidigung, auch gegenüber den Land-tagspolitikern", sagte der grüne Wirtschaftsexperte. Es müsse in Zweifel gezogen werden, ob es weiter zu verantworten ist, dass Wennemer seinen Managerjob behält. Hagenah forderte die Mitglieder des Conti-Aufsichtsrates auf, den Manager nicht weiter zu stützen, wenn er nicht zur Raison gebracht werden könne.

Wennemer betreibe "die einseitige Kündigung der Tarifpartnerschaft". "Das darf sich nicht durchsetzen, denn in der Konsequenz wäre schon in Kürze überhaupt keine Industrieproduktion mehr am Standort Deutschland zu halten," sagte Hagenah.

Wegen der grundsätzlichen Bedeutung des Konfliktes wollen die Grünen in enger Abstimmung mit der Arbeitnehmervertretung und den anderen Fraktionen im Landtag die öffentliche Unterstützung für den Erhalt der Arbeitsplätze in der profitablen Reifenproduktion weiter
vorantreiben.

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