Werftstandort Emden erhalten - Kreditklemme bei Auftraggebern abbauen
„Als die Insolvenz der Wadan-Werke im Juni den Erdrutsch in der Werften-Landschaft ankündigte, befanden sich Ministerpräsident Wulff und Wirtschaftsminister Rösler noch im tiefsten Dornröschenschlaf“, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher Enno Hagenah.
Die Landesregierung hat zu lange weggeschaut und damit die Nordseewerke in Emden der allgemeinen Werftenkrise überlassen, kritisierten die Grünen im niedersächsischen Landtag. "Als die Insolvenz der Wadan-Werke im Juni den Erdrutsch in der Werften-Landschaft ankündigte, befanden sich Ministerpräsident Wulff und Wirtschaftsminister Rösler noch im tiefsten Dornröschenschlaf", sagte der wirtschaftspolitische Sprecher Enno Hagenah heute (Dienstag) in Hannover.
Dabei sei schon länger bekannt, dass der Werftenmarkt nahezu zusammen gebrochen sei. Erhielten die Werften 2006 noch bundesweit 88 Aufträge für Schiffsneubauten, gingen im ersten Halbjahr 2009 gerade einmal neun neue Aufträge ein.
Dem Schiffbau mache nicht nur die Wirtschafts-, sondern vor allem auch die Finanzkrise zu schaffen. "Für fertige Schiffe findet sich beim Ausfall des Bestellers kaum ein Ersatzkäufer, weil die Reedereien die Banken derzeit meist vergeblich um Kredite bitten", sagte Hagenah. Die Landesregierung müsse verstärkt ihren Einfluss auf die Kreditvergabe nutzen, um diese Kreditklemme abzubauen, forderte der Grünen-Politiker. Nur so könnten die Kernkompetenz der Nordseewerke im Schiffbau und alle qualifizierten Arbeitsplätze noch erhalten werden.