Pressemeldung Nr. 1719 vom

Zentralabitur lenkt ab vom Versagen des Schulsystems - GRÜNE gegen Gabriels neuen schulpolitischen Quickie

Die Landtagsgrünen lehnen die Einführung von Zentralabitur und standardisierten Vergleichstests in den Klassen 4,6 und 8 ab. "Mit dem Zentrabitur will der Ministerpräsident vom Versagen des niedersä...

Die Landtagsgrünen lehnen die Einführung von Zentralabitur und standardisierten
Vergleichstests in den Klassen 4,6 und 8 ab. "Mit dem Zentrabitur will der Ministerpräsident vom Versagen des niedersächsischen Schulsystems ablenken und den Schülern die Verantwortung für die unzureichenden Lernergebnisse der Vergangenheit zuschieben", sagte die schulpolitische Sprecherin Brigitte Litfin am Donnerstag in Hannover.
Die vorgeschlagenen standardisierten Vergleichsarbeiten würden lediglich das kurzfristige Pauken vor dem Test und das schnelle Vergessen danach befördern, kritisierte die Grünen-Politikerin. Für die Leistungsfähigkeit der einzelnen Schule und des Schulsystems insgesamt hätten sie zu wenig Aussagekraft. Dafür seien differenziertere Evaluationsmethoden notwendig. Auch die TiMS-Studie habe gezeigt, dass Länder mit Zentralabitur keine besseren Lernergebnisse zeigten.
"Gabriels neuester schulpolitischer Quickie löst die Probleme nicht. Wenn im Vorgriff auf PISA E von Bayern gelernt werden soll, dann sollte zunächst die Unterrichtsversorgung verbessert werden", sagte Litfin. Untersuchungen zeigten, dass die SchülerInnen in Bayern bis zum Ende der 9. Klasse 832 Wochenstunden Unterricht mehr erhalten als in Niedersachsen. Das sei eine Differenz von mehr als 9%. "Nur vom Wiegen wird keine Sau fett", so Litfin.
Rt/zm

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