Djenabou Diallo Hartmann: Rede zur Landesaufnahmebehörde in Niedersachsen (Fragestunde AfD)
TOP 22 - Rede zur Landesaufnahmebehörde in Niedersachsen (Fragestunde AfD)
- Es gilt das gesprochene Wort -
Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Kolleg*innen,
eine „Alternative“ für Deutschland, deren gesamte Arbeit darin besteht, rechte Gerüchte zu nutzen, um mehr Abschiebungen zu fordern und dabei komplett an den Problemen der Menschen im Land vorbeigeht, ist wohl eindeutig eine schlechte Option. Ihre ständig gleichen Initiativen, die Ihre menschenfeindliche Politik in einen anderen Deckmantel hüllen, bringen wirklich niemanden voran.
Die Mitarbeiter*innen der Landesaufnahmebehörde in Niedersachsen leisten eine großartige Arbeit, nach Recht und Gesetz. Davon konnte ich mir Eindrücke verschaffen, als ich alle Standorte in Niedersachsen besucht habe.
An dieser Stelle sage ich vielen Dank an alle Mitarbeitenden der LAB NI für die überragende Arbeit, die sie leisten.
Und wenn wir hier schon dabei sind, ein Versagen zu attestieren, möchte ich gern sagen: Es schmerzt mich zutiefst, dass Sie und auch einige andere Kräfte leider immer mehr auf dem Feld der Empathie versagen.
Das müssen Sie sich jetzt mal als AfD-Fraktion sagen lassen!
Menschen kommen zu uns auf der Suche nach Schutz. Sie fliehen vor Gewalt, vor Genitalverstümmelung, vor einem immer extremeren Klima, vor Hunger und vor Krieg. Jede geflüchtete Person ist ein Mensch.
Ein Mensch, der für sich und seine Familie ein besseres Leben sucht. Sie können der Meinung sein, dass er das nicht hier tun soll, das ist von der Meinungsfreiheit gedeckt. Sie können auch mehr Abschiebungen fordern. Aber erkennen Sie endlich die Menschlichkeit von Geflüchteten an!
Dieses Empathie-Versagen, sich zurücklehnen und alle kategorisch abzulehnen und abzuwerten, das macht mir wirklich Sorgen.
Da muss ich an Hannah Arendt denken, deren Weitblick ich mir in dieser Debatte wünsche.
Sie sagte: „Der Tod der menschlichen Empathie ist eines der frühesten und deutlichsten Zeichen dafür, dass eine Kultur gerade in Barbarei verfällt.“
Ich bin es leid, dass all diese Menschen über einen Kamm geschoren werden. Haben Sie, bei allem politischen Meinungskampf, bitte ein bisschen Empathie für Issah, für Idrissa, für Mariam, Santiago, für Amina und für Jawad. Wir sind alle Menschen.
Ja, wir können politisch streiten. Aber mit Hass und Hetze kommen wir hier sicherlich nicht weiter, und Ihrer menschenverachtenden Politik werden wir entschieden entgegentreten.
Vielen Dank.