Statement:Grüne: Bei der Endlagersuche entscheidet Sicherheit, nicht die Postleitzahl

Bei der Suche nach einem atomaren Endlager darf es keine politischen Abkürzungen geben. Entscheidend ist allein, welches Gestein am sichersten für den Einschluss von Atommüll über eine Million Jahre ist.

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat mit ihrem neuen Arbeitsstand zur Suche nach einem Endlager für hochradioaktiven Atommüll die Standortauswahl weiter eingegrenzt. Von anfangs 90 zu untersuchenden Teilgebieten bzw. 52 Prozent der Bundesfläche verbleiben noch 36 Teilgebiete bzw. weniger als fünf Prozent der Bundesfläche im weiteren Suchprozess. Dazu sagt Britta Kellermann, atompolitische Sprecherin der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Niedersächsischen Landtag: 

Bei der Suche nach einem atomaren Endlager darf es keine politischen Abkürzungen geben. Entscheidend ist allein, welches Gestein am sichersten für den Einschluss von Atommüll über eine Million Jahre ist. Dafür hat die Bundesgesellschaft für Endlagersuche (BGE) in den vergangenen sechs Jahren mehr als die Hälfte der Fläche Deutschlands voruntersucht.

Die neue Karte bringt mehr Klarheit, aber längst keine Entscheidung. Im kommenden Jahr werden aus den bisherigen Kandidaten konkrete Standortregionen für die übertägige Erkundung vorgeschlagen. Vor Ort bilden sich dann Regionalkonferenzen, die unter anderem auch Geld für die unabhängige Beauftragung von Gegengutachten erhalten. Die wissenschaftliche Sorgfalt, hohe Transparenz und starke öffentliche Beteiligung zeigen ganz deutlich: Bei der Endlagersuche entscheidet Sicherheit, nicht die Postleitzahl.

Wir dürfen auch die Zeit nicht aus dem Blick verlieren. Schon heute ist absehbar, dass die Suche noch Jahrzehnte dauern wird. In dieser Zeit verbleibt der Atommüll in Zwischenlagern, die nie als Dauerlösung gedacht waren. Der Bund muss deshalb dafür sorgen, dass das Verfahren zügig vorankommt, ohne bei Sicherheit und Beteiligung Abstriche zu machen. Wir Grüne waren bekanntlich nie für Atomenergie, doch jetzt, da der Atommüll angefallen ist, dürfen wir die Verantwortung für ihn nicht den kommenden Generationen aufbürden.

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