Statement:Grüne: Beschäftigte dürfen nicht wie Ballast behandelt werden
Tausende Beschäftigte in Niedersachsens Industriebetrieben erleben seit Monaten, wie über ihre Arbeitsplätze, über Stellenabbau, Verlagerungen und Einschnitte verhandelt wird. Für sie geht es dabei nicht um abstrakte Unternehmenszahlen, sondern um ihren Arbeitsplatz und die Sicherheit ihrer Familien.
Beim heutigen Aktionstag der Automobilindustrie gehen in Niedersachsen Zehntausende Beschäftigte auf die Straße. Die IG Metall fordert Perspektiven für Standorte und Arbeitsplätze und warnt vor weiteren Kahlschlägen. Dazu sagt Heiko Sachtleben, wirtschaftspolitischer Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion:
Tausende Beschäftigte in Niedersachsens Industriebetrieben erleben seit Monaten, wie über ihre Arbeitsplätze, über Stellenabbau, Verlagerungen und Einschnitte verhandelt wird. Für sie geht es dabei nicht um abstrakte Unternehmenszahlen, sondern um ihren Arbeitsplatz und die Sicherheit ihrer Familien. Wer jahrelang gute Arbeit geleistet und den Erfolg der Unternehmen mit erwirtschaftet hat, darf in der Krise nicht wie Ballast behandelt werden.
Die Automobilindustrie steht vor gewaltigen Herausforderungen. Aber Arbeitsplätze abzubauen und Standorte immer weiter auszudünnen, löst kein einziges ihrer grundlegenden Probleme. Sparen allein ist keine Zukunftsstrategie. Die Branche muss den weltweit längst eingeleiteten Wandel hin zu nachhaltiger Mobilität entschlossen gestalten, damit Wertschöpfung und gute Arbeitsplätze in Niedersachsen erhalten bleiben. Dafür ist es nötig, dass die Unternehmen jetzt aufzeigen, welche Produkte sie künftig in Niedersachsen bauen wollen, und dann auch in diese Zukunft investieren; in bezahlbare Fahrzeuge, Batterien, Digitalisierung und neue Technologien.
Um diese Produkte hier bei uns zu entwickeln und zu bauen, braucht es die Beschäftigten mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung. Es geht dabei um weit mehr als die großen Volkswagen-Werke. An ihnen hängen Unternehmen bei Zulieferung, Entwicklung und Logistik und viele mittelständische Betriebe.
Die Beschäftigten, die heute auf die Straße gehen, verweigern sich nicht der Veränderung. Im Gegenteil: Sie verlangen zu Recht, dass Veränderung auch neue Perspektiven bietet und nicht einfach Abbau bedeutet. Dabei stehen wir Grüne an ihrer Seite. Niedersachsen braucht sichere Arbeitsplätze, starke Standorte und Unternehmen, die wieder in ihre Zukunft investieren. Die Zukunft unserer Autoindustrie entsteht nicht durch Kahlschlag, sondern in den Werkshallen, Entwicklungsabteilungen und Köpfen motivierter Beschäftigter.