Was der Kultusminister für 2020 finanziell im Haushalt plant, reicht bei weitem nicht für seine vielen Ankündigungen. Dabei besteht gerade im Bildungsbereich erheblicher Handlungsbedarf. Entlastungsmaßnahmen wurden angekündigt; lassen aber weiterhin auf sich warten.
Es ist schon ein starkes Stück, zurückgenommene Kürzungen als Qualitätsoffensive zu verkaufen. Es ist zwar gut, dass das Ministerium und die regierungstragenden Fraktionen im Haushalt endlich mehr Planungssicherheit und Kontinuität für unsere Berufsbildenden Schulen verankert. Allerdings geschieht das auf einem sehr niedrigen Niveau.
Niedersachsens Schulen, Lehrkräfte. Kinder und Jugendliche haben Tonnes Mangelverwaltung nicht verdient! Den Fachkräftemangel kann man weder wegdiskutieren noch schönrechnen, man muss ihm aktiv entgegenwirken. Erneut plant der Minister für 2020 weniger Stellen als gebraucht auszuschreiben und in den Haushalt einzustellen.
Das jetzt in Mecklenburg-Vorpommern verbotene Meldeportal der AfD gibt es seit Dezember 2018 auch in Niedersachsen. Es dient einzig und allein dazu, Lehrer*innen bei der Erfüllung ihres Lehrauftrages zu behindern und politische Bildung sowie offene Diskussionen über unsere Demokratie, Toleranz, Menschenrechte und deren Gegner zu unterbinden.
Die große Anfrage zeigt erneut, dass wir einen erheblichen Handlungsbedarf haben. Insbesondere die Haupt-, Ober-, Real- und Integrierten Gesamtschulen sind vom Fachkräftemangel massiv betroffen. Es braucht struktureller Maßnahmen, um dieser ungleichen Verteilung etwas entgegenzuwirken.
Die Bertelsmann-Studie macht deutlich, welchen erheblichen Bedarf es gerade auch an Niedersachsens Grundschulen geben wird. Bereits heute ist die Situation an Grundschulen landesweit mehr als angespannt.
Die von Kultusminister Tonne angekündigte Prämie für Lehrer*innen, die bereit sind, an ländlichen Regionen zu arbeiten, entpuppt sich als rechtlich schwer umsetzbar und ist offensichtlich ohne jede Prüfung auf Umsetzbarkeit vorgeschlagen worden.
Wir wollen mit unserem Antrag an die Landesregierung genau die dezentral organisierten und somit gut zugänglichen Beratungsangebote schaffen, die Lehrer*innen bei ihrer Arbeit tatsächlich unterstützen. Die Beratungs- und Unterstützungsangebote müssen dabei zwingend von der Schulaufsicht getrennt werden.
„Von Tatendrang ist beim Minister nichts zu spüren. Das Thema Schulqualität und Schulentwicklung spielen keine Rolle.“
„Die Landesregierung muss mehr tun, um den Lehrerberuf wieder attraktiver zu machen. Bei der dringend notwendigen Einstufung der Grund- und Hauptschullehrkräfte in die Besoldungsgruppe A 13 darf die Landesregierung nicht länger auf Zeit spielen."