Die Landtagsgrünen haben die Vorschläge von Kultusminister Althusmann beim zweiten sogenannten Bildungsgipfel als „peinliche Ablenkungsstrategie“ bezeichnet. Der Minister habe seine „Oberschule angepriesen wie Sauerbier“, sagte die schulpolitische Sprecherin Ina Korter heute (Dienstag) in Hannover.
Die Studie der Bertelsmann-Stiftung habe deutlich gemacht, dass Niedersachsen – auch im Vergleich zu anderen Bundesländern - in dieser Hinsicht einen „riesigen Nachholbedarf“ habe, sagte die schulpolitische Sprecherin Ina Korter.
Als „alarmierend“ hat Ina Korter die stark gestiegene Misserfolgsquote an niedersächsischen Gymnasien bezeichnet. „Nur noch 6 von 10 Schülerinnen und Schülern, die zu Beginn der Sekundarstufe I auf ein Gymnasium gegangen sind, erreichen dort auch die Hochschulreife.“
Die schulpolitische Sprecherin der Landtagsgrünen Ina Korter hat die erneuten Vorwürfe der FDP zurückgewiesen, die Grünen würden mit ihrem Schulkonzept den Schulfrieden in Niedersachsen verhindern, die Existenz der Gymnasien sei in keiner Weise in Frage gestellt.
„Nur gut ausgestatte Schulen bringen auch gute Erfolge“, so Ina Korter. Das habe auch eine jüngst von mehreren Bildungsforschungsinstituten vorgelegte Studie zur Entwicklung der Ganztagsschulen deutlich gemacht.
Im Zusammenhang mit dem Auftritt eines vom Energiekonzern e.on gesponserten „Um-welt-Clowns“ an Grundschulen im Landkreis Wittmund, haben die Landtagsgrünen Kul-tusminister Althusmann vorgeworfen, das Neutralitätsgebot an Schulen „nach Bedarf“ auszulegen.
Mit einer parlamentarischen Anfrage an die Landesregierung will die schulpolitische Sprecherin der Landtagsgrünen Ina Korter in Erfahrung bringen, ob die Landesregierung das Neutralitätsgebot an Schulen nach „eigener Interessenlage“ auslegt.
„Es reicht nicht aus, sich für die Genehmigung neuer Ganztagsschulen feiern zu lassen; auch deren pädagogische Qualität muss gewährleistet sein“, so die schulpolitische Sprecherin Ina Korter.
Mit einem Landesprogramm „Ausbildung statt arbeitslos“ wollen die Landtagsgrünen dem zeitlichen Zusammenfall von doppeltem Abitur-Jahrgang und dem Aussetzen der Wehrpflicht in Niedersachsen begegnen und 10.000 zusätzliche Ausbildungsplätze in den kommenden beiden Jahren schaffen.
Mit einer Kleinen Anfrage wollen die Grünen-Landtagsabgeordneten Ina Korter, Filiz Polat und Miriam Staudte den konkreten Kenntnisstand der Landesregierung zu vermeintlichen Sprachkursverweigerern in Niedersachsen erfahren.